Stadtgespräch – Public Relations DPRG

Geheime CIA-PR-Strategie für Deutschland

Posted in 1 by stadtgespraechblog on 18. April 2010
Ausland

Geheime CIA-PR-Strategie für Deutschland

Nach wachsender Kritik am Afghanistan-Einsatz

Geheime CIA-PR-Strategie für Deutschland

Immer weniger Deutsche unterstützen den Afghanistan-Einsatz, sehr zum Missfallen der USA. Nun hat die CIA eine geheime PR-Strategie entwickelt, mit der die Stimmung in Deutschland gedreht werden soll. Vertraulich war das Papier aber nur so lange, bis es auf der Internetseite WikiLeaks veröffentlicht wurde.

Von Ralph Sina, WDR-Hörfunkstudio Washington

Verschleierte afghanische Frauen (Foto: AP)

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[Bildunterschrift: Afghanischen Frauen kommt in der PR-Strategie der Amerikaner eine besondere Bedeutung zu. ]
Die CIA hat die Situation kommen sehen: Deutschland habe lange darauf gebaut, dass sich der Widerstand der Bevölkerung gegen einen verstärkten Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr in Grenzen halte. Doch angesichts steigender Zahlen getöteter deutscher Soldaten in Nordafghanistan drohe die Gleichgültigkeit der deutschen Bevölkerung bis zum Sommer in offene Feindseligkeit gegen den Stationierungsbeschluss der Bundesregierung umzuschlagen, heißt es in einer Prognose des amerikanischen Auslandsgeheimdienstes. Der jüngste Anschlag auf die deutschen Soldaten wird eine heftige Diskussion in Deutschland auslösen, darin sind sich Amerikas Afghanistanexperten in den Medien und Geheimdiensten einig.

Die Strategie war geheim…

Um eine speziell auf Deutschland zugeschnittene Public Relation-Strategie für den Afghanistan-Krieg  zu entwerfen, wurde die so genannte CIA Red Cell, die Rote Zelle des amerikanischen Auslandsgeheimdienstes aktiv. Diese Zelle ist für unkonventionelle Lösungsansätze zuständig. Zusammen mit einem  Deutschlandkenner und  Kommunikationsexperten aus Hillary Clintons Außenministerium erarbeitete die CIA-Spezialabteilung ein geheimes Konzept für das Afghanistan-kriegsmüde Deutschland.

…bis sie auf WikiLeaks auftauchte

Doch Amerikas Geheimdienst hatte nicht mit diesem Mann gerechnet: Julian Assange, ehemaliger Computer-Hacker, Journalist und gern gesehener Gast in amerikanischen Talkshows. Die von ihm gemanagte Online-Plattform WikiLeaks wurde weltberühmt, weil sie ein Video der US-Armee von einem Helikopterangriff auf Zivilisten in Bagdad ins Internet stellte. Der Onlinejournalist Assange hat es sich zum Ziel gemacht, nicht nur Videos des Pentagons, sondern auch als geheim klassifizierte CIA-Dokumente ins Netz zu stellen.

Meinungs- und  Pressefreiheit sei das oberste Gut, sagt Assange. Deshalb habe er auch keine Skrupel, Geheimdossiers der CIA zu veröffentlichen. Und schon gar nicht, wenn der US-Auslandsgeheimdienst versuche, die Bevölkerung der NATO-Verbündeten zu beeinflussen. An der Echtheit der von WikiLeaks veröffentlichen Dokumente besteht nach Ansicht von Fachleuten kein Zweifel. Die CIA selber lehnt jede Stellungnahme ab.

„Obama-Faktor“ und afghanische Frauen sollen es richten

Soldaten stehen neben dem Sarg von Nils B. (Foto: dpa)

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[Bildunterschrift: Seit immer mehr deutsche Soldaten in Afghanistan getötet werden, sinkt die Zustimmung zu dem Einsatz in Deutschland. ]
In ihrem Deutschland-Dossier heißt es, man müsse der Bevölkerung klarmachen, dass eine Niederlage am Hindukusch eine Niederlage für die Bundesrepublik bedeute: weil Deutschland dann einer verstärkten Gefahr von Terroranschlägen, einem zunehmenden Rauschgifthandel und Flüchtlingsströmen ausgesetzt sei. Außerdem setzt die CIA auf den „Obama-Faktor“ in Deutschland .“Schön, dass die Deutschen Obama so sehr lieben“, sagt Karen Donfried, stellvertretende Direktorin der Denkfabrik German Marshall Fund in Washington, auf deren Deutschland-Untersuchungen die CIA ihr Bild von der Bundesrepublik mit stützt. „Aber was tun die Deutschen eigentlich, um Obama zu helfen?“, fragt Donfried. Genau auf diese deutsche Solidarität gegenüber Obama setzt der US-Auslandsgeheimdienst. Schließlich gelte Obama in der Bundesrepublik als jemand, der etwas von Außenpolitik und Afghanistan verstehe.

Jetzt müsse man deutschen Medien nur noch Interviews mit Frauen in Afghanistan ermöglichen, denn afghanische Frauen könnten so persönlich und glaubwürdig ihre Angst vor den Taliban und ihre Zukunftshoffnungen äußern. Und wenn diese Botschaft der afghanischen Frauen die Herzen der Frauen in Deutschland erreiche, dann könne sich die Stimmung gegenüber dem Bundeswehreinsatz verändern. Denn die Frauen in der Bundesrepublik – so das CIA-Dossier- seien in Punkto Afghanistan noch kriegsmüder als die deutschen Männer.

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